Kannst du es glauben? Städte können nun eine „schwammartige Beschaffenheit“ erhalten – sie fangen sowohl leichte als auch starke Niederschläge geschickt auf und bewirtschaften diese. Die Schwammstadt der neuen Generation steht kurz vor der Umsetzung. Bleib dran und erweitere gemeinsam mit uns dein Wissen!
01 Was ist eine Schwammstadt?

Das neuartige Konzept zur städtischen Starkregenbewirtschaftung bezeichnet Städte, die sich wie Schwämme widerstandsfähig an Umweltveränderungen anpassen und regenbedingte Naturkatastrophen bewältigen können. Sie werden zudem als „wasserresiliente Städte“ bezeichnet.
Der international gebräuchliche Begriff lautet „Low-Impact Development (LID)“ für den Bau von Regenwassersystemen. Bei Regen nimmt sie Regenwasser auf, speichert es, lässt es versickern und reinigt es; bei Bedarf gibt sie das gespeicherte Wasser ab und nutzt es, wodurch ein natürlicher Kreislauf des Regenwassers innerhalb der Stadt entsteht.
Schutz des ursprünglichen Stadtökosystems: Maximale Erhaltung vorhandener wasserökologisch empfindlicher Bereiche wie Flüsse, Seen, Feuchtgebiete, Teiche und Gräben; Vorhaltung ausreichender Wald-, Wiesen-, See- und Feuchtflächen zur Wasserrückhaltung und Bewältigung von Starkregen; Erhalt der natürlichen hydrologischen Eigenschaften der Stadt vor der Bebauung. Dies ist die Grundvoraussetzung für den Bau von Schwammstädten.
Ökologische Sanierung und Wiederherstellung: Einsatz ökologischer Verfahren zur Wiederherstellung von Gewässern und weiteren natürlichen Lebensräumen, die durch das herkömmliche extensive Stadtbaumodell geschädigt wurden, sowie Erhalt eines angemessenen Anteils ökologischer Flächen.
Low-Impact Development (LID): Nach dem Baukonzept mit minimalen Auswirkungen auf das städtische Ökosystem werden Bebauungsintensitäten sinnvoll gesteuert, ausreichend ökologische Flächen innerhalb der Stadt vorgehalten und der Anteil versiegelter Stadtflächen begrenzt, um Schäden an der ursprünglichen Wasserökologie der Stadt so gering wie möglich zu halten. Gefördert werden schwammgerechte Gebäude und Wohngebiete, schwammgerechte Straßen und Plätze sowie der Bau von Parkanlagen und Grünflächen sowie die natürliche ökologische Wiederherstellung.
02 Fachbegriffe für Schwammstadt-Anlagen
Gründächer, abgesenkte Grünflächen, Grasmulden, durchlässige Beläge, Speicherbehälter und vieles mehr. Diese Begriffe klingen zwar nach viel Grün, doch es handelt sich nicht um bloße Begrünungskonzepte – sie sind zentraler Fachbegriffe beim Bau von Schwammstädten. Welche Weisheiten zur städtischen Starkregenbewirtschaftung stecken dahinter? Im Folgenden erläutern wir sie nacheinander und führen Sie tiefer in die Fachwelt der Schwammstädte ein.
Gründächer: Anlagen, die durch die Bedeckung von Dachflächen mit Erdreich oder Behältern Regenwasser zurückhalten. Sie reinigen nicht nur das Regenwasser, sondern entlasten zudem städtische Entwässerungsanlagen bei Starkregen.

Abgesenkte Grünflächen: Sie kommen vor allem in Grünanlagen um Gebäude, Straßen und Parkplätze sowie in städtischen Grünstreifen zum Einsatz. Es handelt sich um Anlagen in tieferliegenden Bereichen, die abfließendes Regenwasser mittels Pflanzen-, Erd- und Mikrobiensystemen zurückhalten, versickern lassen und reinigen.

Grasmulden: Bepflanzte Oberflächenrinnen, die abfließendes Regenwasser sammeln, weiterleiten und ableiten und dabei gleichzeitig eine gewisse Reinigung des Regenwassers herbeiführen. Sie können einzelne Anlagen, städtische Regenwassernetzleitungen und Systeme zur Ableitung überschüssigen Regenabflusses miteinander verbinden. Neben weiterleitenden Grasmulden gibt es versickerungsorientierte Trockenmulden und dauernd wasserführende Mulden, die jeweils die Steuerung des gesamten Abflussvolumens bzw. die Verunreinigung des Abflusses verbessern.


Durchlässige Beläge: Bei Starkregen sammelt sich auf städtischen Flächen häufig Wasser, da herkömmliche Beläge wasserundurchlässig sind. Die Steine durchlässiger Beläge verfügen über eine dichte Porenstruktur, die der Hohlraumstruktur natürlichen Erdreichs nachempfunden ist. Dadurch kann Regenwasser schnell durch die Poren abfließen und Wasseransammlungen werden vermieden. Durchlässige Beläge senken zudem den Spitzenabfluss und reinigen das Regenwasser in gewissem Umfang.


Regenwassersammelbehälter: Anlagen zur Sammlung, Speicherung und Nutzung von Regenwasser, die zudem den Spitzenabfluss mindern. Haupttypen sind Stahlbetonbehälter, Mauerwerksbehälter aus Ziegeln und Stein sowie montierbare PP-Regenwasserspeichermodulbehälter. Städte mit knapper Bodenfläche nutzen zumeist unterirdische geschlossene Speicherbehälter.

03 Aushubtiefe und Höhe der Speicherbehälter
Absolute Höhe: Eine Höhe, die auf eine einheitliche nationale oder regionale Referenzebene bezogen wird, die als Nullpunkt festgelegt ist.
In China wird der mittlere Wasserstand des Gelben Meeres als Nullpunkt der absoluten Höhe festgelegt, alle örtlichen Höhen werden anhand dieses Bezugssystems gemessen. Der Höhenunterschied zwischen einem beliebigen Ort und dem mittleren Wasserstand des Gelben Meeres wird als dessen absolute Höhe bezeichnet. Dieser Standard gilt ausschließlich in China.
Relative Höhe: Ein Höhensystem, bei dem das Außengeländeniveau als Nullpunkt festgelegt wird und das zur Höhenangabe auf Bauzeichnungen verwendet wird.
Gelbes-Meer-Höhensystem: Im Jahr 1956 legte China den langjährigen mittleren Wasserstand des Gelben Meeres bei Qingdao als einheitlichen Bezugspunkt fest und schuf damit das erste nationale Höhensystem des Landes. Nationaler Höhensbezug 1985 = Gelbes-Meer-Höhensystem 1956 − 0,029 m.
Der Nationale Höhensbezug 1985 wurde im Mai 1987 offiziell eingeführt, gleichzeitig wurde das Gelbes-Meer-Höhensystem von 1956 außer Kraft gesetzt.